Träume

11 Jul

Es kommt so selten vor, dass ich mir meine Träume merke.
Wenn aber, dann sind es Träume, die immer wieder kehren, die mich mein Leben lang begleiten …
Z.B. als ich nach der mittleren Reife von der Schule abgehen sollte. Die Noten waren recht wacklig und meine Eltern fanden, ich sollte besser arbeiten gehen, als weiter mit schlechten Noten die Schulbank drücken. Ich wollte mein Abitur machen. Wusste nicht aus noch ein, hatte einen schlimmen Ferien-Sommer, bei dem mir wirklich niemand geholfen hat zu einer Entscheidung. (Außer, dass meine Mutter mir die Stellenangebote der Zeitung hingelegt hatte…)
Den seit dieser Zeit immer wiederkehrenden Traum erkenne ich jedes mal sofort. Ich weiß, dass große Änderungen in meinem Leben anstehen. Dass ich nicht weiß, wie es weitergehen soll, wenn ich von großen Treppenhäusern träume, wo es hoch und runter geht, in große Räume, durch verzweigte Gänge. Wenn ich mir ein neues Haus anschaue, oder in einem neuen großen Haus lebe, in dem es viele Zimmer zu entdecken gibt. Das alles dann in einer Endlosschleife, immer wieder treppauf, treppab, von einem Raum in den anderen. Und alles fühlt sich dabei total gewohnt an, ganz normal. Als ob es schon immer so ist und so bleiben wird.

Heute Nacht hatte ich einen anderen Traum. Wieder in einer Wohnung. Meiner Wohnung. Es war morgens. Freunde waren da, die etwas reparieren wollten (was, weiß ich nicht mehr…). Dabei habe ich festgestellt, dass die Wohnungstür, die ich über Nacht doppelt verriegelt hatte, sich einfach so aufschieben ließ. Es hat mich so entsetzt, dass jeder einfach in meine Wohnung konnte.In der Nacht. Indem er die Tür aufschiebt … immer und immer wieder hat sich der Traum wiederholt. Immer wieder habe ich es bemerkt, es meinen Freunden mit Entsetzen gezeigt und immer wieder konnte ich nicht fassen, dass jeder einfach so in meine Wohnung kann.

Ich werde drüber nachdenken müssen, über diesen Traum.
Was bedeutet das für mich, jetzt, wo ich zum xten Mal unverschuldet aufgrund von Insolvenz meinen Job verlor. Wo ich auf der Suche nach einem neuen bin. Nach etwas Neuem. Wo ich mich mit ganzem Herzblut engagieren kann. Jetzt, wo mir die Zeit und das Geld wegläuft und ich nicht weiß, wie’s weitergeht. Jetzt, wo ich mich jeden Tag auf’s Neue motivieren muss. Nein, wo ich nicht nur mich, sondern uns beide motivieren muss. Der Mann ist auch ohne Arbeit, ist frustriert, demotiviert, verärgert …
Ja, ich denke nach …

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12 Antworten to “Träume”

  1. hjs1951 11/07/2013 um 13:41 #

    Schwierig hier ein „Gefällt mir“ zu setzen. Obwohl ich allein für den Mut und die Offenheit fünf Sterne vergeben möchte.
    Ich kenne diese wiederkehrenden Träume nur zu gut. Und leider kenne ich auch das Gefühl der Ohnmacht, Wut und Verzweiflung als unverschuldet Arbeitsloser…
    Ich hatte Glück, nach über vier Jahren doch wieder Arbeit zu finden, aber zu welchem Preis… Heute zähle ich die Monate, Wochen und Tage bis zur Rente. Aktueller Stand; 37 Monate, 2 Wochen, vier (Arbeits)Tage und der bescheidene Rest von heute…
    Ich drücke Dir und Deinem Mann ganz fest die Daumen, auf das Ihr bald etwas findet und diese Träume ein Ende haben.
    Liebe Grüße
    Jürgen

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    • BabetteFee 11/07/2013 um 15:01 #

      Danke für deine lieben Worte, Jürgen!
      Ja, es sind so viele, denen es auch so geht oder ging. Mitfühlen kann wirklich nur, wer das schon mal erlebt hat!
      Mein Mann versucht, vorzeitig Rente zu beantragen. Das wird sehr wenig werden, obwohl er sein Leben lang gearbeitet hat. Aber noch einen Job zu finden, ist für ihn wirklich fast unmöglich mit 61 Jahren.
      Und bei mir, bei mir ist es natürlich auch sehr schwierig. Und wahrscheinlich wird es seinen Preis haben …
      Aber egal. Hauptsache raus aus dieser Situation!
      Ich arbeite dran!
      Danke dir
      und schicke auch viele Grüße

      Babette

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      • hjs1951 11/07/2013 um 15:07 #

        Das mit der Rente ist schon schlimm… Ich bin 40% schwerbehindert und die fehlenden 10 % verweigern sie, obwohl die Beschwerden stark zugenommen haben und andere Dinge dazu gekommen sind… So muss ich bis 65 weiter arbeiten. aber es sind ja nur noch 37 Monate… Irgend wie werde ich die auch rum bekommen.
        Du hast Recht: Wer nie in dieser Situation war hat selten bis nie Verständnis und ich werde jedes Mal stinksauer, wenn die sogenannten „Kollegen“ hier ihre dämlichen BILD-Sprüche ablassen…
        Mein Spruch: Kopf hoch! Auch wenn der Hals dreckig ist…!!
        Liebe Grüße
        Jürgen

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      • BabetteFee 11/07/2013 um 19:14 #

        Schönes Motto! Sollte mir auch eins zulegen….Aber ich glaube, so was kommt eher angeflogen 😉
        Drei Jahre sind das bei dir noch…. Mein Mann hat ungefähr auch noch so lange. Bin gespannt, wie es bei ihm weitergeht. Wünsche ihm noch einen „gemütlichen“, aber auch erfüllenden Job für die paar Jahre. Das baut das Selbstbewusstsein auf.
        Dir wünsche ich jedenfalls alles, alles Gute! Dass du die „paar“ Jahre noch gut rumkriegst und vor allem, dass deine Beschwerden nicht schlimmer werden!
        Liebe Grüße
        Babette

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      • hjs1951 11/07/2013 um 19:17 #

        Danke für die Wünsche! Wird schon…
        Das Motto ist nicht auf meinem Mist gewachsen… Das hat mir ein Freund aus der Pfalz immer gesagt und der hat es von seinem Opa. Bei klingt das ungefähr so: „Kobb hoch, aach wann de Hals dreggisch is…!“ 🙂
        Alla guhd:
        Liebe Grieß
        der Jierschen

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      • BabetteFee 11/07/2013 um 19:35 #

        Hah, wie scheee 😉
        Komme gebürtig aus Kaaarlsruuuuh und kenn den pekser Dialekt scho ä bissle 🙂

        Addeeee und schönen Abend dir 🙂

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      • hjs1951 11/07/2013 um 19:37 #

        A wa!
        Ja dann…
        Addeeee.. 😉

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  2. stefstuffde 11/07/2013 um 13:44 #

    Ich bin kein Traumdeuter. Ich finde toll, dass Du das hier einfach so frei erzählst.Respekt. Ich denke, in Deiner Lebenssituation mit soviel Ungewissheit fühlt sich die Seele nackt und dem Schicksal ausgeliefert, vielleicht lässt sich deshalb die wichtigste Türe der Wohnung nicht mehr schliessen.
    Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du möglichst bald was für Dich und Dein Herzblut findest. Und bis dahin: Bleib bitte so mutig.
    Liebe Grüße Stef

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    • BabetteFee 11/07/2013 um 14:57 #

      Liebe Stef, danke für deine lieben Wünsche! Und das mit der Traumdeutung, das kannst du scheinbar intuitiv! Du hast Recht, so weit war ich noch gar nicht mit meinen Gedanken! Bin heute ziemlich durcheinander. So viele Gedanken …

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  3. Marion 11/07/2013 um 18:08 #

    Liebe Babette,

    ich empfinde es auch mutig, deine Situation und deinen Traum offen zu erzählen.

    Häuser und Wohnungen stellen im Traum in der Regel uns selbst dar, unser Innenleben, d.h. die Beschaffenheit der Räume sagt etwas darüber aus, wie wir uns fühlen.

    Ich hatte viele Jahre einen recht ähnlich wiederkehrenden Traum, in großen Häusern viele Treppen und Fahrstühle, Gänge hin und her, rauf und runter zu gehen oder laufen und auf der Suche zu sein, aber nie anzukommen. Es erschien mir als einziges Labyrinth von Türen, Gängen und Stockwerken, in dem ich gefangen schien. Dann erzählte mir mal mein Vater, dass er genau den gleichen Traum immer wieder in seinem Leben hat. Ich ging also davon aus, dass er ein ähnliches Lebensthema hat wie ich. Nun, die Schleife hat bei mir einmal aufgehört, sie kehrt nicht wieder.

    Für mich persönlich bedeutete der Traum, dass ich meinen Platz im Leben suchte, den Ort wo ich hingehöre, wo ich bleiben möchte, wo ich ankomme, mich wohl fühle, angenommen bin, mich richtig fühle usw. Im Rückblick würde ich hinzufügen: Ich suchte mich selbst, wollte bei mir ankommen und Sicherheit in mir selbst finden.

    Solange der Traum am Laufen war, hatte ich in meinem Leben das Gefühl, ständig von einem Problem ins nächste geworfen zu werden und einfach nur alle Hände voll zu tun zu haben, um die Schwierigkeiten zu manangen und nicht darin zu ertrinken. Raum für mich selbst, mich zu entfalten, das zu tun was ich gerne tue, mich selbst zu entdecken usw. war nicht wirklich gegeben. Aber meine Zeit kam…

    Ich fragte mich beim Lesen, ob die des Nachts unverschlossene Tür deine Existenzangst ausdrückt.

    Manchmal schickt uns das Leben ein- und dieselbe Situation immer wieder, um mit etwas in unserem Innern konfrontiert zu werden, bis wir uns damit befassen, es zulassen können. Denn alles was unangenehm ist und Angst macht, dem versuchen wir naturgemäß zu fliehen. Aber erst wenn wir uns darauf einlassen, lässt es sich erlösen, mit der Zeit.

    Was du gerade erlebst, ist bestimmt sehr schwierig auszuhalten, das kann ich gut nachfühlen.

    Aber es wird Wege für dich geben, das Neue zu finden, das du suchst. Wo du dich mit ganzem Herzblut engagieren kannst. Manchmal müssen sich erst Türen schließen, bevor neue sich öffnen können.

    Die als am größten empfundenen Krisen bergen das größte Potenzial, zu uns selbst vorzudringen. Der Weg führt mitten durch die Angst hindurch. Mit ihr konfrontiert zu sein heißt nicht gleichzeitig, ausweglos verloren zu sein, auch wenn es sich gerade sehr bedrohlich anfühlt.

    Dass du dich in dir selbst immer wieder verankert fühlst, wie im Auge des Sturms, das wünsche ich dir von ganzem Herzen.

    Liebe Grüße
    Marion

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    • BabetteFee 11/07/2013 um 19:33 #

      Oh, du liebe Marion!
      du bist doch mindestens genau so mutig! Und lässt bei mir Tränen fließen beim Lesen deiner Geschichte!
      Von Herzen Danke für deine Worte! Ich fühle mich wirklich verstanden von dir! Ich sehe, dass du wirklich ähnliches erlebt hast.
      (Hatte ich nicht schon mal gesagt, dass wir einiges gemeinsam haben.)
      Ich weiß ja, dass ich da durch muss. Hatte vor über 10 Jahren schon mal eine solche Krise. Nein, eine viel schlimmere.
      Aber ich muss schon aufpassen, dass ich nicht müde werde, nicht verzweifle an der Situation. Den Mann und mich immer wieder motiviere.
      Sonderbarerweise habe ich tief in mir drin ein ganz tiefes Gefühl, dass alles gut wird. Dass ich das schaffe.
      Mein Mann verzweifelt oft an meinem Optimismus. Er ist das krasse Gegenteil …
      Vom Kopf her kann ich dieses Gefühl ganz oft nicht verstehen. Es gibt keinen logischen Grund dafür, nichts, was mich eigentlich hoffen lassen könnte, nichts, was mir Zuversicht geben könnte.
      Doch, Freunde, die für mich da sind! Aber auch Freunde, die mit einem panischen, ängstlichen Ausdruck in den Augen zuhören, wenn ich erzähle, wie’s mir geht, was ich mache und wo ich grade stehe.

      Schlimm ist, dass ich oft mit angezogener Bremse versuche weiterzukommen. Ich kann mir nicht erklären, warum das so ist …
      Wobei, nicht immer. Heute hatte ich ziemlichen Elan. Habe viel angepackt.
      Trotz defekter Waschmaschine, defektem PC, Streit mit dem Mann ….

      Ganz lieben Dank nochmal! Es tut mir gut, der Austausch hier!
      Auch wenn ich dafür mutig eine Tür zu mir aufmachen muss 😉

      Viele Grüße
      Babette

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      • Marion 11/07/2013 um 20:12 #

        Liebe Babette,

        es freut mich sehr, wenn du dich verstanden fühlst. Ja, du sagtest, es gäbe da noch Gemeinsamkeiten.

        Was mich total freut, sind deine Worte: Sonderbarerweise habe ich tief in mir drin ein ganz tiefes Gefühl, dass alles gut wird. Dass ich das schaffe.

        Vertraue genau diesem Gefühl, auch wenn die äußeren Umstände dem zu widersprechen scheinen. Mit diesem Gefühl tief in dir bist du an der eigentlichen Quelle deiner selbst. Dort weißt du einfach…

        Die angezogene Handbremse kenne ich auch gut, aber das macht nichts. Es fühlt sich unangenehm an, es sind Widerstände gegen sich selbst, die einmal aus gutem Grund entstanden sind. Aber sie halten nicht ewig die Stellung ;). Darum hast du dann auch wieder Phasen, wo du mit viel Elan Dinge anpackst.

        Liebe Grüße
        Marion

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